
Seit knapp zwei Jahrzehnten darf man darüber rätseln, ob Jonathan Meeses mantraartige Proklamationen eine Erfolgsmasche sind oder ob seine Beharrlichkeit in leicht differierenden Wiederholungen immer wieder auf’s Neue ein Ereignis zu erzwingen sucht. Jedenfalls scheint die Kunstfreiheit hier auf das Äußerste ausgereizt, und das nicht allein juristisch, sondern thematisch, indem sie in das Paradox einer totalen „Diktatur der Kunst“ umschlägt. Das kommt auf den ersten Blick vielleicht wie aus dem Nichts, reagiert aber bereits auf eine traditionelle Autonomiediskussion in den Künsten und über die Künste.